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FAQ

Die goldenen Zeiten des Verbrennungsmotors scheinen vorüberzugehen: immer wieder werden Fahrverbote, um die Feinstaubbelastung in reduzieren. Klassische Roller mit 2-Takt-Motor erscheinen ohnehin so gut wie ausgestorben. Die Zukunft scheint elektrisch – das kann viele Vorteile haben. Neben dem lautlosen Antrieb überzeugt der Elektromotor durch einen guten Wirkungsgrad und einen sportlichen Antritt. Lediglich die Reichweite kann noch nicht ganz mithalten. Perfekt geeignet ist der Elektroantrieb deshalb für Roller, mit denen üblicherweise sowieso nur kurze Strecken zurückgelegt werden.

Für Dich als Besitzer hat ein Elektroroller eine Vielzahl unterschiedlicher Vorteile: Du kannst Dich vollkommen lautlos fortbewegen und auch vom guten Antritt des Elektromotors profitieren. Der Ampelstart gelingt Dir deshalb schneller als einem vergleichbaren Roller mit konventionellem Verbrennungsmotor. Selbstverständlich muss auch nicht geschaltet werden, wobei auch Roller mit Verbrennungsmotor zumeist über eine stufenlose Variomatik verfügen. Ein besonderer Vorteil liegt aber auch darin, dass die Betriebskosten konkurrenzlos gering ausfallen. Du kannst den Akku schnell und unkompliziert laden, die Stromkosten sind zumeist deutlich geringer, als die Kraftstoffkosten. Auch hinsichtlich der Wartung ist ein Elektroroller im Vorteil, weil weniger Verschleißteile verbaut sind, die nach einer bestimmten Betriebsdauer ausgetauscht werden müssen. Zudem werden keine lokalen Emissionen freigesetzt, sodass Du mit der lautlosen und abgasfreien Fortbewegung einen Beitrag dazu leistet ist, dass die Belästigung durch Lärm und Abgase in steten deutlich reduziert wird.

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil es natürlich eine sehr breite Preisspanne gibt. Die Kosten hängen dabei von der Leistung und der Qualität des E-Rollers ab. Günstige Produkte sind bereits ab etwa 1.500 Euro erhältlich, die Mittelklasse liegt bei etwa 3.500-5.000 Euro und für autobahntaugliche Roller müssen durchaus auch mehr als 10.000 Euro einkalkuliert werden. Hinsichtlich der Betriebskosten kann davon ausgegangen werden, dass bei einem Strompreis von etwa 30 Cent je Kilowattstunde nur geringe Betriebskosten von weniger als einem Euro je 100 km einkalkuliert werden können. Insbesondere bei einem günstigen Produkt, welches regelmäßig zum pendeln verwendet wird, kann sich der Mehrpreis gegenüber dem Roller mit Verbrennungsmotor schon nach kurzer Nutzungszeit amortisieren.

Im Unterschied zu den meisten Elektroautos ist es problemlos möglich, den Akku eines E-Rollers an einer handelsüblichen 230 V-Steckdose zu laden. Aufgrund der vergleichsweise geringen Kapazitäten fällt auch die Ladezeit akzeptabel aus. Je nach Kapazität solltest Du davon ausgehen können, dass der Akku innerhalb von ca. 3-6 Stunden vollgeladen ist. Einige Hersteller haben auch ein optionales Schnellladegerät im Angebot, welches die Ladezeit noch deutlich reduzieren kann. Dabei solltest Du allerdings berücksichtigen, dass sich dadurch gegebenenfalls auch die Lebensdauer des Akkus reduzieren kann. Wenn Du sofern Du die lange Ladezeit nicht abwarten möchtest oder kannst, ist es bei vielen Modellen ebenso möglich, sich einen zweiten Ersatz Akku zu kaufen. So kannst Du diesen einfach austauschen, wenn der Roller dringend benötigt wird.

Die Tatsache, dass Du die meisten E-Roller an einer konventionellen 230 V-Steckdose laden kannst, vereinfacht die Suche nach einem geeigneten Ladeplatz. Ideal ist es natürlich, wenn Du den Roller ohnehin in einer Garage abstellst, wo Dir eine Steckdose zur Verfügung steht. Sofern Du in einer Innenstadt wohnst und zu den „Laternenpakern“ zählst, steht diese Möglichkeit allerdings kaum zur Verfügung. Du solltest deshalb darauf achten, dass Du Dich für ein Modell entscheidest, bei dem der Akku entnehmbar ist. Die meisten Roller ermöglichen die Entnahme des Stromspeichers, damit Du diesen ganz einfach auch bei Dir in der Wohnung aufladen kannst. Dann steht auch einer Ladung bei Dir zu Hause nichts mehr im Wege. Bei der Nutzung öffentlicher Ladestationen muss beachtet werden, dass der Ladeanschluss kompatibel sein muss. In der Regel handelt es sich dabei um Schnellladestationen, die mit den meisten Roller nicht verwendet werden können.

Schon ein Roller mit Verbrennungsmotor ist technisch sehr einfach aufgebaut, was eine Instandhaltung generell vereinfacht. Bei einem Elektromotor entfallen viele teure Verschleißteile; auch am zumeist bürstenlosen Elektromotor selbst ist kaum mit einer Abnutzung zu rechnen. Aus diesem Grund kann ein Elektroroller sehr lange betrieben werden, lediglich mit einem Austausch von Bauteilen mit Bremsbelägen oder Reifen ist in regelmäßigen Abständen zu rechnen. Besonders kritisch ist natürlich der Akku, der wie bei einem Smartphone oder Laptop einem Kapazitätsverlust unterliegt. Ab einer Kapazität, die unterhalb von 80 % der Nennkapazität liegt, gilt ein solcher Akku als austauschreif. Wenn Du von einer Zyklenanzahl von 1000 ausgehst, und diese Anzahl der Vollladungen wird von vielen Herstellern durchaus angegeben, und hierbei wiederum eine Reichweite von 50 km annimmst, dann erreicht der Akku eine Lebensdauer von 50.000 km. Dabei handelt es sich um eine Strecke, die ein Roller mit 50ccm-Verbrennungsmotor keinesfalls mit dem ersten Motor erreichen durfte. Die Lebensdauer unterscheidet sich demnach kaum von einem konventionellen Roller – im Gegenteil: weil der Austausch des Akkus schnell und in der Regel auch recht kostengünstig möglich ist, kann ein Elektroroller vermutlich sogar länger betrieben werden.

Hierbei gibt es eine weite Spanne, die vom jeweiligen Produkt und der Akkukapazität abhängt. In der Regel sind die Akkus modular aufgebaut, sodass sich mehrere kleine Stromspeicher in Reihe schalten lassen. Du kannst beim Kauf des Rollers in der Regel wählen, welche Kapazität Du nutzen möchtest. Die meisten Roller bieten eine Reichweite zwischen 50 und etwa 150 km. Das mag für Automaßstäbe nicht besonders üppig erscheinen. Wenn Du die durchschnittlichen Pendlerstrecken in der Stadt berücksichtigst und bedenkst, wie schnell ein solcher Akku wieder geladen werden kann, dürfte die Reichweite durchaus genügen. Andererseits solltest Du insbesondere beim Kauf auch berücksichtigen, dass die Reichweiten bei kalter Witterung vermutlich nicht ganz erreicht werden. Zudem ist es keinesfalls ratsam, die komplette Reichweite auszunutzen und den Akku damit vollständig zu entleeren. Dadurch verringert sich die Lebensdauer des Stromspeichers.

Der Markt für Elektroroller wird immer interessanter – nur die etablierten Hersteller scheinen dies noch nicht so recht mitbekommen zu haben. Der weltweit größte Rollerkonzern, Piaggio, bietet mit der Vespa Elettrica erst ein einziges Produkt an, welches zudem erst angekündigt und aktuell noch gar nicht am Markt verfügbar ist. Auch bei den japanischen Herstellern wie Yamaha oder Honda scheint man sich erst allmählich für das Thema zu interessieren, für das Jahr 2018 sind hier ebenfalls Modelleinführungen geplant. Die dadurch entstehende Marktnische wurde in den letzten Jahren zunehmend von Newcomern ausgefüllt, darunter Emco, Unu und Nova Motors.

Grundsätzlich sind die Elektroroller hier ebenso an die Vorgaben des Gesetzgebers gekoppelt, wie konventionelle Roller auch. Es gibt die Klassen bis 25 km/h, bis 45 km/h und auch einige Modelle, die noch deutlich darüber hinausgehen. Wichtig sind diese Unterscheidungen aufgrund des Führerscheins, der benötigt wird. Für die Klasse bis 25 km/h genügt eine Mofa-Prüfbescheinigung, die es mittlerweile allerdings nicht mehr gibt. Die Klasse bis 45 km/h ist interessant, wenn Du mindestens einen Führerschein der Klasse M besitzt. Auch mit dem PKW Führerschein der alten Kasse 3 bzw. aktuell der Klasse B kannst Du ein solches Gefährt bewegen. Für die schnelleren Roller wird mindestens die Führerscheinklasse A1 bzw. A, also der Motorradführerschein, benötigt. Die Geschwindigkeitsklassen sind aber auch aus anderen Gründen interessant: Fahrzeuge bis 45 km/h sind zulassungsfrei, Du musst weder alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung noch müssen Steuern entrichtet werden. Der Kauf eines kleinen Versicherungskennzeichens einmal im Jahr reicht aus. Beachtet werden sollte aber, dass Du mit einem solchen Elektroroller weder eine Kraftfahrstraße noch eine Autobahn befahren darfst – aufgrund des erheblichen Geschwindigkeitsunterschiedes wäre dies allerdings auch kaum anzuraten.

Das geniale Konzept der elektrischen Fortbewegung ist aber nicht nur für Elektroroller, sondern natürlich auch für eine Vielzahl weiterer Fahrzeugtypen interessant. So gibt es heute auch immer mehr E-Bikes, die teilweise eine elektrische Fortbewegung ganz ohne Treten erlauben; auch E-Trikes oder gar E-Tuktuks sind erhältlich. Immer interessanter dürften auch E-Motorräder werden, weil sich hier das besondere Spurtvermögen des Elektromotors positiv bemerkbar macht.

Anders als bei einem Elektroauto kannst Du keine bundesweiten Fördertöpfe in Anspruch nehmen. Regional gibt es allerdings durchaus eine Vielzahl von Kommunen und Landkreisen, die den Kauf eines solchen Elektroroller subventionieren. So fördert die Stadt München Elektroroller mit 25 % des Anschaffungspreises, wobei die maximale Premiere bei 500 Euro liegt. Einige Stadtwerke oder private Stromversorger zahlen ebenso Prämien für den Kauf eines solchen Rollers, die durchaus einige 100 Euro betragen können. Bei größeren Rollern solltest Du auch berücksichtigen, dass eine Befreiung von der Kfz-Steuer für eine relative Vergünstigung gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sorgt. Für kleinere Roller mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h gilt dies jedoch nicht, weil auch für die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor keine Steuern entrichtet werden müssen.

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